Der Kalk, den du nie zu Gesicht bekommst.
Wir sehen Kalk dort, wo Wasser eintrocknet: auf Armaturen, Fliesen, im Wasserkocher. Der eigentliche Kalk entsteht aber dort, wo Wasser erhitzt wird, und das sind Orte, die man nur selten öffnet. Boiler, Heizelemente, Warmwasserleitungen.
Kalk als Wärmebremse.
Calciumcarbonat leitet Wärme sehr schlecht (etwa 2,2 W/(m·K)). Setzt sich eine Schicht auf einem Heizelement ab, muss die Wärme erst durch diese Schicht, bevor sie im Wasser ankommt. Eine Untersuchung des Politecnico di Torino (Pezzin et al., 2013) hat das für Haushaltsgeräte modelliert: Bei einer 2 mm dicken Kalkschicht in einer Waschmaschine bei 60 °C steigt nach der Rechnung der Autoren der Energiebedarf. Die Studie ist eine Modellrechnung und keine Messung im Wohnzimmer, sie zeigt aber, in welche Richtung es geht.
Waschmittel: härteres Wasser, mehr Dosierung.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass im Härtebereich „weich“ am wenigsten Waschmittel nötig ist, bei „mittel“ bis „hart“ etwas mehr. Die genaue Dosierung muss laut Wasch- und Reinigungsmittelgesetz auf der Verpackung stehen, und die Härte deines Wassers erfährst du bei deinem Wasserversorger. Wer nach der Packungsangabe für sein Wasser dosiert, nimmt weder zu wenig noch unnötig viel Waschmittel.
Was ein Praxisversuch zeigt.
Wie sieht es in einer Anlage aus, die über Jahre mit sehr hartem Wasser läuft? Dazu gibt es einen dokumentierten Versuch von Eco Stolz im Heeresausbildungsgebäude Wattener Lizum (März bis Dezember 1993, rund 5 m³ Wasser pro Tag, 42 °dH):
- Boiler: vorher rund 3 Schubkarren Kalk-Inkrustationen pro Jahr aus den Boilern, bei der Probeentnahme im November 1993 nur noch etwa 1 Kilogramm Schlamm.
- Heizwendeln: statt 3 bis 4 mm fest verkrustetem Calciumcarbonat nur noch ein Film von etwa 0,5 mm, leicht mit dem Fingernagel zu entfernen.
- Rohrkontrollstück: der Querschnitt war vor dem Test auf ½ Zoll verengt (ursprünglich 1½ Zoll), danach ging die Verkrustung deutlich zurück. Das Bild oben zeigt die Rohrkontrollstücke zu Versuchsbeginn, mit dem verengten Querschnitt.
Wichtig zur Einordnung: Das ist ein Herstellerversuch, ein einzelner Fall und keine unabhängige Studie. Er zeigt aber dokumentiert, mit Fotos, was an Boiler, Heizwendeln und Rohr passiert ist. Alle Unterlagen findest du auf unserer Studien-Seite.
Was du daraus für dein Zuhause mitnehmen kannst.
- Härte erfragen: Frag bei deinem Wasserversorger nach der Wasserhärte, das ist die Grundlage für alles Weitere.
- Waschmittel nach Packungsangabe dosieren, passend zur Härte deines Wassers.
- Boiler und Heizelemente nicht vergessen: Kalk, den du nicht siehst, kostet trotzdem Energie.
TESL® II ist ein physikalisches Kalkschutzgerät für die Warmwasser- und Trinkwasser-Installation. Es arbeitet ohne Chemie und ohne Salz, ohne Wartung am Gerät selbst, und lässt Calcium und Magnesium im Wasser. Der Kalk wird so umgewandelt, dass er in der Schwebe bleibt und nicht haftet.
Quellen
- Pezzin, A., Giansetti, M., Ferri, A.: Influence of Limescale on Heating Elements Efficiency, Politecnico di Torino, 2013. comsol.com
- Umweltbundesamt: Umweltbewusst waschen und reinigen (Wasserhärtebereiche und Waschmitteldosierung). umweltbundesamt.de
- Eco Stolz: Studie 1, Wattener Lizum 1993 (Herstellerversuch, mit Fotodokumentation). eco-stolz.com/studien
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